Nur Deutsche unter den Tätern: Die bizarr verzerrte Welt des Verbrecher-Fernsehens

brainfucker.de

Von Boris T. Kaiser

img_5329 Boris T. Kaiser vor den Mauern der JVA Mannheim

Die hessische Innenministerin Eva Kühne-Hörmann machte kürzlich darauf aufmerksam, dass Deutsch in deutschen Gefängnissen immer mehr zur Fremdsprache wird. Den unbedarften Zeitungsleser dürfte dies verwundert haben, hat man uns doch immer eingeredet, dass alle Statistiken belegen würden, dass Ausländer nicht krimineller seien als Deutsche. Auf eine Anfrage hin musste man jetzt aber einräumen, dass bis zu zwei Drittel der Gefängnisinsassen nur unzureichend Deutsch sprechen. In deutschen Knästen wird also offenbar, welch Wunder, genau so wenig Deutsch gesprochen, wie in den, als multikulturelle Bereicherung deklarierten, Problemvierteln unserer Städte.

Sehr viel Deutsch, oder zumindest so etwas ähnliches, wird dagegen im Nachmittagsprogramm des hiesigen Privatfernsehens gesprochen. In denen man sich, den Machern zufolge, mitten im Leben wähnt. „Verdachtsfälle“, oder „Auf Streife“ heißen jene Formate, in denen Laiendarsteller den kriminellen Alltag in Deutschland nachspielen. Die im Medien-Fachjargon „Scripted Reality“ genannten Formate…

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