Genfer Bürgerwehr-30 Top-Kampfsportler jagen Dealer und Schläger

Ein Kampfsport-Lehrer hat in Genf auf eigene Faust eine Bürgerwehr ins Leben gerufen. Die Polizei sieht sein Engagement nicht gern.

sweibuweSeit dem 26. Dezember ist eine Schwarzgurt-Patrouille nachts in den Strassen von Genf unterwegs. Der Gründer der privaten Bürgerwehr wolle für mehr Sicherheit sorgen, berichtet die «Tribune de Genève».

Er habe genug von den Schlägern in Genf, schreibt Marco Garcia auf Facebook, nun sei der Moment zu handeln. Der Betreiber einer Kampfsportschule hat rund 30 Träger des schwarzen Gürtels für seine Aktion «Black Belt Patrol» mobilisiert.

«Wir sind nicht bewaffnet. Wir gehen auf die Strasse, in die öffentlichen Verkehrsmittel und überall dorthin, wohin man uns ruft», sagt er. Er wolle Präventionsarbeit leisten. Seine Sicherheitsleute verteilten auf ihrem ersten Rundgang Visitenkarten mit einer Handynummer. Wenn jemand in Schwierigkeiten sei, könne er dort anrufen.

Kritik an schlecht ausgebildeten Polizisten

Nachts seien auf den Strassen zehnmal mehr Dealer unterwegs als Polizeiautos, schreibt der 40-Jährige auf Facebook. «Die Polizisten sind nicht gut genug ausgebildet und ihre Methoden sind veraltet. Sie warten auf Verstärkung, die erst eintrifft, wenn die Angreifer schon weg sind.» Er stütze sich auf die Notwehr-Artikel 14 bis 17 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, die jedem erlauben würden zu handeln, wenn er angegriffen werde.

Der Genfer betreibt seit seinem sechsten Lebensjahr Kampfsport. 20 Jahre diente er in der französischen Fremdenlegion – unter anderem in Südkorea, wo er Elitepolizisten und Personenschützer ausgebildet hat. In dieser Zeit lernte er den militärischen Nahkampf, heisst es auf der Homepage der «Black Pelt Patrol». Er praktiziert Krav Maga, eine Selbstverteidigungstechnik, die aus Israel stammt und von Nahkampfspezialisten weiterentwickelt wurde.

«Wir billigen das nicht»

Garcia hatte bereits vor ein paar Jahren die Organisation «Les anges du respect» gegründet, heisst es im Bericht der «Tribune de Genève» weiter. Er versuchte einen offiziellen Status zu erhalten und präsentierte das Bürgerwehrprojekt den Behörden. Diese wollten ihn davon abbringen. Von Behördenseite heisst es, die Bürger könnten nicht einfach Patrouillen ins Leben rufen. Die Sicherheit sei eine öffentliche Aufgabe, die professionelle Mandate verlange.

Auch die Polizei sieht das Engagement nicht gern. «Wir billigen spontane Vorhaben, die ausserhalb des legalen Rahmens oder einer abgesprochenen Bürgeraktion stattfinden, nicht», zitiert die Zeitung den Polizeisprecher.

Quelle: 20min.ch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.